International Conference "Demographic Change" 2007

Demographischer Wandel in internationaler Perspektive

Niedrige Geburtenraten lassen die Bevölkerung in den meisten Staaten Europas schrumpfen. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der alten Menschen. Doch nicht überall in Europa zeigt sich der demographische Wandel in der gleichen Intensität. Und auch im Umgang mit den räumlichen Konsequenzen des demographischen Wandels gibt es Unterschiede: Die Herausforderungen – und die politischen Antworten – in Süd- und Osteuropa sind andere als in Skandinavien.

Auditorium (Foto: M. Todoric)Die nationalen und regionalen Besonderheiten des demographischen Wandels in Europa sowie die unterschiedlichen Strategien in der Raum- und Stadtplanung standen daher im Mittelpunkt der internationalen Konferenz „Demographic Change“ am 2. Februar 2007 in Berlin. Wissenschaftler aus sieben europäischen Ländern berichteten über neue Forschungsergebnisse und Handlungsstrategien. Rund zweihundert Fachleute und Gäste waren der Einladung der Veranstalter, den vier raumwissenschaftlichen Einrichtungen (4R) der Leibniz-Gemeinschaft und dem Zentrum Demographischer Wandel an der TU Dresden, in die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund gefolgt.

Ron Lesthaeghe (Foto: M. Todoric)Professor Ron Lesthaeghe von der Universität Brüssel skizzierte den sogenannten zweiten demographischen Übergang in den einzelnen Ländern in Europa und stellte die aktuelle Entwicklung in Deutschland vor dem Hintergrund der Funktionsfähigkeit der Arbeitsmärkte und dafür notwendiger Zuwanderung vor. Dr. Ralf Mai vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden wies in seinem Vortrag auf notwendige regionale Differenzierungen und daraus abzuleitende Handlungserfordernisse für lokale und regionale Politik hin. Besonderes Augenmerk wurde danach auf die demographische Situation in Osteuropa, Italien, Skandinavien und Ostdeutschland gelegt. Die dargestellten Fallbeispiele gaben Anregungen für den Umgang mit dem demographischen Wandel und für eine moderne Bevölkerungspolitik.

Ralf Mai (Foto: M. Todoric)Im zweiten Teil der Veranstaltung standen Konsequenzen für ausgewählte Handlungsfelder im Mittelpunkt. Wie die Wohnungsversorgung und -politik, die soziale und Bildungsinfrastruktur unter gewandelten demographischen Bedingungen aussehen können, erläuterten mehrere Referenten an aktuellen Forschungsergebnissen und Best Practices. Es zeigte sich, dass der demographische Wandel mit seiner Vielzahl raumrelevanter Handlungsfelder im Bewusstsein der Entscheidungsträger angekommen ist. Unklarheit herrscht jedoch bei vielen darüber, wie Schrumpfungsprozesse effizient zu gestalten sind, ohne das Ziel der gleichwertigen Lebensverhältnisse aus den Augen zu verlieren.

Die Konferenz konnte durch die internationale Perspektive auf das Problem wertvolle Anregungen und Handlungsansätze liefern. Sie war Teil eines Projekts zum demographischen Wandel, das im Rahmen des „Paktes für Forschung und Innovation“ von der Leibniz-Gemeinschaft gefördert wird. Neben der Vernetzung und Profilierung der raumwissenschaftlichen Forschung und Lehre in der Leibniz-Gemeinschaft und im internationalen Kontext geht es dabei auch um die Förderung innovativer Qualifizierungsarbeiten zum demographischen Wandel sowie um den Transfer aktueller Forschungsergebnisse und Handlungsstrategien.

Andreas Klee, ARL

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Diese Datei wurde zuletzt geändert am: 27.08.2009